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Fällung von Streuobstwiesen ist ohne Genehmigung nicht erlaubt


Hallerbach: Sorten- und Artenvielfalt langfristig sichern


Mit derartigen Maßnahmen tritt eine Veränderung der Gestalt bzw.  Nutzung einer Grundfläche ein, welche die Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts und das Landschaftsbild in erheblichem Maße nachteilig beeinflussen kann.


Streuobstwiesen zählen seit Jahrhunderten zu den landschaftsprägenden Elementen unserer Kulturlandschaft. Aus aktuellem Anlass macht die Untere Naturschutzbehörde Neuwied darauf aufmerksam, dass Streuobstwiesen ohne Genehmigung der Behörde nicht gefällt und somit beseitigt werden dürfen. 

Kreis Neuwied – Oftmals wenig beachtet und in der Pflege vernachlässigt sind Streuobstwiesen aus dem Blickpunkt vieler Menschen verschwunden. Die Kreisverwaltung Neuwied als Untere Naturschutzbehörde macht auf die Bedeutung für Landschafts- und Naturschutz aufmerksam. „Streuobstwiesen zählen seit Jahrhunderten zu den landschaftsprägenden Elementen unserer Kulturlandschaft. Höfe waren von Obstbäumen umgeben, das Landschaftsbild wurde dadurch mit einem wertvollen Lebensraum bereichert“, stellt der Erste Kreisbeigeordnete und Umweltdezernent Achim Hallerbach heraus. Und er ergänzt, dass Streuobstwiesen auch in ihrer Einzigartigkeit ein erheblicher und prägender Faktor für die Naherholungsgebiete unserer Heimat besitzen. Als Streuobstwiese bezeichnet man flächige, meist hochstämmige und in Sorten und Arten gemischte Obstbaumbestände. Wobei neben der Nutzung der Obstbäume selbst, auch die Flächen unter den Bäumen genutzt wird.

Typische Streuobstwiesen werden umweltverträglich gepflegt und bewirtschaftet, d. h. auf die Anwendung synthetischer Behandlungsmittel wie Pestizide und Dünger wird verzichtet. Durch den wachsenden Wohlstand änderte sich auch das Verhalten der Verbraucher. Es wurde nur noch „makelloses“ Obst verlangt und
 zahlreiche Streuobstwiesen wurden gefällt. „Die Pflege der Altbestände wurde vernachlässigt, junge Bäume nicht mehr nachgepflanzt. So ist in den letzten Jahrzehnten ein starker Rückgang an Streuobstwiesen zu verzeichnen. Das hat dazu geführt, dass der Lebensraum Streuobstwiese in der `Roten Liste der gefährdeten und vom Aussterben bedrohten Biotoptypen´ aufgeführt ist“, erklärt Umweltdezernent Hallerbach. Ein Großteil der heute noch vorhandenen Streuobstbestände ist überaltert und hat auch bei kontinuierlicher Pflege nur noch eine begrenzte Lebenserwartung. 

Um den Lebensraum Streuobstwiese langfristig zu erhalten, fehlt es neben der Anpflanzung von jungen Streuobstbäumen auch an der Pflege und Erhalt der alten Streuobstbestände. „Der Erhalt von alten Streuobstwiesen, die sich besonders durch ihre strukturreichen und artenreichen Kulturbiotope auszeichnen, ist für den Landkreis Neuwied ein vorrangiges Ziel, da sie zahlreichen Tier- und Pflanzenarten einen wichtigen Lebensraum in unserer Kulturlandschaft bieten und zugleich Symbol für eine naturverträgliche Landbewirtschaftung sind“,unterstreicht Achim Hallerbach. Aufgrund der Lebensraumvielfalt herrscht ein großes Nahrungsangebot für Tiere, was sich in einem hohen Artenreichtum widerspiegelt.

Mit Bäumen aller Altersstufen sind sie besonders abwechslungsreich und bieten zahlreichen Tierarten einen Lebensraum. Blüten, Blätter und Holz sind Nahrungsgrundlage vieler Insektenarten. Der Höhlenreichtum alter Obstwiesen trägt zur besonderen Bedeutung als Jagdrevier und die Baumhöhlen als Unterschlupf für zahlreiche Tierarten bei. Der
 Blütenreichtum von Streuobstwiesen lockt zahlreiche Bienen an, die für die Befruchtung wichtig sind. „Streuobstwiesen zählen mit bis zu 3.000 Tier- und Pflanzenarten zu den artenreichsten Lebensräumen und haben eine große Bedeutung für die biologische Vielfalt“, berichtet der 1.Kreisbeigeordnete.

Dabei werden Streuobstwiesen mit zunehmendem Alter ökologisch wertvoller, wenn regelmäßige Pflege und Nachpflanzungen für eine dauerhafte Sicherung des Bestandes sorgen. Die Obstbäume können ein Alter von 80 bis 100 Jahren, Birnenbäume sogar bis zu 300 Jahren erreichen. 

Baumentwicklung und Lebensalter der Bäume hängen entscheidend von den unverzichtbaren Pflegemaßnahmen ab. „Um die Ziele des Natur- und Artenschutzes zu erreichen, müssen die Pflegemaßnahmen, wie ein jährlicher Erziehungsschnitt bei Jungbäumen, regelmäßige Überwachungsschnitte, kontinuierliche Nachpflanzungen mit robusten Obstsorten, kein Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln, naturverträgliche Grünlandnutzung Beachtung finden“, so Hallerbach. Aber auch absterbende Bäume und Totholz sollen als Lebensraum für gefährdete Tierarten erhalten werden. „Aufgrund der vorgenannten Gründe ist es umso wichtiger, bestehende Streuobstwiesen zu erhalten, zu pflegen und neue Bäume nach zu pflanzen“, betont er. Aus aktuellem Anlass macht die Untere Naturschutzbehörde Neuwied darauf aufmerksam, dass Streuobstwiesen - ohne Genehmigung der Behörde - nicht gefällt und somit beseitigt werden dürfen. Mit derartigen Maßnahmen tritt eine Veränderung der Gestalt bzw. Nutzung einer Grundfläche ein, welche die Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts und das Landschaftsbild in erheblichem Maße nachteilig beeinflussen kann. „Die Beseitigung von Streuobstbeständen ist als Eingriff in Natur und Landschaft nach dem Bundesnaturschutzgesetz zu sehen“, verdeutlicht Achim Hallerbach. Fällungen ohne vorher gehende naturschutzrechtliche Genehmigung dürfen nur bei Gefahr im Verzuge ausgeführt werden. Ein Nichtbeachten dieser Gesetzesgrundlage bedeutet ein ordnungswidriges Handeln, was mit einer Geldbuße bis zu fünfzigtausend Euro geahndet werden kann. Der Eigentümer wird in jedem Fall zusätzlich zu der Neuanlage einer Streuobstwiese als Ausgleichsmaßnahme verpflichtet. Für Fragen rund um das Thema Streuobstwiese und Naturschutz steht das Team der Unteren Naturschutzbehörde in der Kreisverwaltung Neuwied zur

Verfügung: Telefon 02631-803-409 oder -382.

(Asbach, 12.03.2011)

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