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Die blaue Tonne schont den Geldbeutel der Bürger - Ökologisch und ökonomisch sinnvoll

Das Journal am Sonntag (JaS) im Gespräch mit dem Kreistagsmitglied Achim Hallerbach, gleichzeitig Mitglied im Ausschuss für Umwelt und Abfallwirtschaft.


JaS: Der Kreistag hat beschlossen, im Landkreis Neuwied die blaue Tonne zum 01. Januar 2006 einzuführen. Die Tonnen-auslieferung begann bereits in der Verbandsgemeinde Asbach. Was sind die Vorteile der Papiertonne?

Achim Hallerbach: Unser bisheriges Entsorgungssystem musste den Entwicklungen angepasst werden. Ökonomisch wie ökologisch bietet die blaue Tonne die größten Vorteile. Bis zur Neuausschreibung des Entsorgungsvertrages in 2007 können wir dadurch etwa 1,5 Millionen Euro sparen. Eine Anpassung, die notwendig wurde.


JaS: Kann ich mich der blauen Tonne verweigern und das Papier weiterhin über die grüne Tonne entsorgen?

Achim Hallerbach: Nein, dies geht nicht. Wir Bürger unter-liegen laut Abfallrecht dem viel zitierten "Anschluss- und Benutzungszwang". Die Gebietskörperschaft, sprich der Landkreis Neuwied, ist für die Entsorgung der Bürger gesetz-lich verantwortlich. Der Kreistag legt das Erfassungssystem gemäß den gesetzlichen Rahmenbedingungen fest. Für uns heißt das, Papier, Pappe, Kartonagen, welches nicht den Grünen Punkt trägt, darf ab dem 1. Januar 2006 nicht mehr in die grüne Tonne eingeworfen werden.


JaS: Die Qualität des Altpapiers in der grünen Tonne war nicht mehr ausreichend. Was sind die Gründe dafür?

Achim Hallerbach: Die Verwertung des Altpapiers und deren Einsatzquote in der Industrie ist in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen, damit auch die Qualitätsanforderungen an das Papier aus der Abfalltonne. Der Nachteil der bisherigen grünen Tonne war, dass hochwertiges Zeitungspapier zum Bei-spiel mit der ölverschmierten Fischdose erfasst wurden. Damit ist das Altpapier für die Wiederverwertung kaum nutzbar, wird teilweise verbrannt und der Abfallwirtschaft entgehen die Er-löse. Darum brauchen wir eine getrennte, saubere Erfassung des Papiers.


JaS: Wie sieht der künftige Abfuhrrhythmus bei vier Abfalltonnen aus?

Achim Hallerbach: Die blaue, graue und grüne Tonne werden im Drei-Wochen-Rhythmus geleert. Die braune Tonne wird in den Monaten März bis einschließlich November wöchentlich und in den Wintermonaten Dezember, Januar und Februar künftig alle drei Wochen abgefahren. Sollten sich Probleme ergeben, müssen wir im Kreistag über Systemanpassungen diskutieren.


JaS: Bei beengten Platzverhältnissen, insbesondere bei ver-dichteter Bebauung, können Platzprobleme entstehen. Wie will die Abfallwirtschaft darauf reagieren?

Achim Hallerbach: Völlig pragmatisch. Entweder werden kleinere Tonnen aufgestellt oder reglementierte Ausnahme-regelungen getroffen: Dort wo mehrere grüne Tonnen stehen, kann ein Teil durch blaue Tonnen ersetzt werden. Hier wird die Kreisverwaltung individuelle Lösungen vor Ort schaffen.


JaS: Jeder Haushalt erhält eine Tonne zusätzlich. Mehr Tonnen, mehr Dienstleistung, bedeutet dies auch höhere Gebühren ab 2006?

Achim Hallerbach: Die Papiertonne ist dafür da, Kosten zu sparen und Gebühren zu stabilisieren. Auf die Abfallwirtschaft kommen bundesweit seit dem 1. Juni dieses Jahres erhebliche Kostensteigerungen zu, die wir mit Hilfe der getrennten Papiersammlung zwar teilweise, aber leider nicht vollständig auffangen können. Aber mit Hilfe der blauen Tonne können notwendige Gebührenerhöhungen in einem vertretbaren Rahmen bleiben. Ansonsten müssten die Gebühren drastisch steigen, wie dies in einer Reihe von Kommunen bereits absehbar ist.


JaS: Die Kostenentwicklung in der Entsorgungswirtschaft ist durch das Inkrafttreten diverser Gesetze durch den Bund ge-stiegen. Welche Auswirkungen hat dies auf die Abfallwirtschaft im Landkreis Neuwied und für den Gebührenzahler?

Achim Hallerbach: Verschiedene Faktoren haben die Entsorgungskosten bundesweit steigen lassen. Dazu zählt, dass der Abfall seit dem 1. Juni nicht mehr unbehandelt auf die Deponie darf. Entweder muss dieser direkt in die Verbrennung oder wird in einer sogenannten MBA, wie wir sie in Linkenbach haben, vorbehandelt und dann auf der Deponie entsorgt. Seit diesem Zeitpunkt sind zum Beispiel die Verbrennungskosten explodiert. Absatzmärkte für behandelten Müll sind derzeit absolut dicht. Ich hoffe, dass die Gespräche zwischen Entsor-gungswirtschaft, Politik und den kommunalen Spitzenverbän-den einvernehmliche Lösungen bringen. Wir werden weitere Kosten einsparen müssen, damit eventuelle Gebührenanpas-sungen vertretbar und moderat sind.


JaS: Die Grüne Tonne beinhaltet zukünftig nur noch Abfälle mit dem Grünen Punkt, sogenannte DSD-Abfälle. Das Tonnenvolu-men wird dann nur noch zur Hälfte genutzt. Wird es in Kürze aus Kostengründen den gelben Sack geben?

Achim Hallerbach: Der Kreistag hat sich einmütig gegen die Einführung des Gelben Sacks ausgesprochen. Der zuständige 1. Kreisbeigeordnete Dr. Scheid hat erfolgreich mit dem DSD über eine Erfassung der Grünen Punkt-Abfälle in der grünen Tonnen verhandelt. Damit ist weiterhin eine saubere und sichere Erfassung dieser Abfälle gewährleistet.


JaS: Wie sieht die Zukunft aus?

Achim Hallerbach: Die einhergehenden erheblich höheren Umweltstandards, insbesondere im Entsorgungsbereich, haben ihren Preis. Die Kostenbelastungen im Abfallwirtschafts-betrieb können wahrscheinlich nicht ausreichend durch Ein-sparungen gedeckt werden. Der Landkreis hat jedoch eine gesetzliche Verpflichtung zur Entsorgung der Haushaltsabfälle. Insofern müssen diese Kosten von der Allgemeinheit getragen werden. Unser Ziel ist es, kreative Wege einer unabhängige-ren Entsorgungsstruktur zu suchen. Insbesondere bei der Verwertung der heizwertreichen Fraktion aus der MBA sehen wir regionale Ansätze, um Kosten einsparen zu können. Es gibt noch viel zu tun.

(18. Oktober 2005)

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